Mónica Francés

previa tun-sag es sw

Mónica Francés, Foto: Andrea Edel. The Urban Notebook, Heidelberg, 2018

 

Sag es

 

Ich warte seit Jahren darauf, es jemanden

sagen, klar und deutlich aussprechen zu hören.

 

All das Leben, das mein Leben ist. Sag es. Sei dem Leib,

der ich bin, wie man sagt, das Gegenstück. Die Verachtungs-

grannen sind mit ihm, dem bezeichneten Ding da in der Hocke.

Sag es. Das vom Arm seines Klöppels herrührende

Läuten der Glocken und das Schweigen der Lunge. Sag’s.

Die Bezeichnung der Blume – der Strohblume – die nicht

verblüht. Das, worauf Kinder zeigen und die anderen

herbeirufen, um es zu sagen. Wie gut, dass es heut so weit ist,

sie werden es mir jetzt sagen. Wenn du nicht auf das hörst, was

ich denke, dann sag’s. Als würdest du’s nicht wollen oder

nur so, wie man Spruchbänder liest, die Kante eines dir ab-

gewandten Rückens. Sag, dass Amnestie herrscht, erlassen

von der Regierung des Schlafs. Hush now

 

                                                                   speechlessness Continuar leyendo “Mónica Francés”

Astrid Lander

astrid lander por vasco szinetar DSC_0138.jpg
Foto Vasco Szinetar

 

Astrid Lander, geboren 1962 in Caracas, Lyrikerin und Professorin für Sprache und Kulturwissenschaft an der Universidad Metropolitana. Autorin der Lyrikbände: La distancia por dentro (1994); AzuLejos (1997); SÉ ES. Poemas novelados (1999); Buen Camino (2008).

 

Einen Weg gehen, wie man ein Gedicht schreibt Continuar leyendo “Astrid Lander”